Diplomatische Vertretung in Berlin (D)

Bilaterale Beziehungen Deutschland - Liechtenstein

Die Verbindung zwischen Liechtenstein und Deutschland ist traditionell sehr eng. Die Länder sind durch ihre gemeinsame Geschichte und Kultur – insbesondere die gemeinsame deutsche Sprache – seit Jahrhunderten miteinander verflochten. 

So führte Liechtensteins Selbstverständnis als Teil des deutschsprachigen Kulturraumes zu einer engen Zusammenarbeit mit dem deutschen Goethe-Institut, die Anfang 2013 durch eine gemeinsame Erklärung nochmals vertieft wurde. Literaturschaffende aus Liechtenstein treten an vielen Orten in Deutschland auf, oder arbeiten mit deutschen Verlagen zusammen. Künstlerinnen und Künstler aus allen Gattungen der Kunst verbringen gerne einige Monate in dem von Liechtenstein gehaltenen „Residenzatelier“ in Berlin. Die gute Zusammenarbeit des Liechtensteinischen Landesmuseums (unser Nationalmuseum) und des Kunstmuseums Liechtenstein (für zeitgenössische Kunst) führte in den letzten Jahren immer wieder zu ausserordentlichen gemeinsamen Ausstellungs-Projekten. Als Beispiel sei die grosse Ausstellung der Arte Povera Sammlung des Kunstmuseums in Weimar 2012 genannt. Für eine ausgezeichnete Verbindung mit Weimar sorgte nicht nur Goethe, der 1788 durch Liechtenstein reiste und gute Kontakte mit dem Haus Liechtenstein pflegte; auch der sehr aktive Kulturkreis Liechtenstein-Weimar belebt diese Beziehung.

In den politischen Beziehungen zeigt sich die gute Verbindung zwischen Liechtenstein und Deutschland heute vor allem in engen bilateralen Kontakten, aber auch durch eine enge Zusammenarbeit in den Institutionen des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Ebenso eng ist die Zusammenarbeit in vielen Bereichen der Vereinten Nationen, des Europarats und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. 

Deutschland ist auch einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Liechtensteins. Es ist das wichtigste Herkunfts- oder Produktionsland für in Liechtenstein importierte Waren und gehört, neben der Schweiz und den USA, zu den drei wichtigsten Exportdestinationen für liechtensteinische Industrieprodukte.

Ausserdem ist Deutschland das Land mit den wohl intensivsten liechtensteinischen Direktinvestitionen. Liechtensteinische Unternehmen sind für viele tausend Arbeitsplätze in Deutschland, sowohl in den „alten“, als auch in den „neuen“ Bundesländern verantwortlich. Die Tochterunternehmen der liechtensteinischen Firmen sind meist in sehr forschungsintensiven und innovativen Bereichen tätig. In Bayern sind dies zum Beispiel einige tausend Arbeitsplätze in der Befestigungstechnik, aber auch in der Kommunikationstechnik, oder im Bankensektor. In Baden-Württemberg befindet sich die Deutschlandzentrale eines Unternehmens der Zahntechnik. In Thüringen viele hundert Arbeitsplätze in der Nahrungsmittelindustrie und auch wichtige Arbeitsplätze in der modernen optischen Industrie. In Sachsen in der Klimatechnik und in Brandenburg in der Solarglasbranche. Um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Umgekehrt ist ein weltweit tätiger deutscher Industriekonzern aus Nordrhein-Westfalen in Folge einer Übernahme in den 1990-er Jahren einer der grössten Arbeitgeber in Liechtenstein.  

Diese enge wirtschaftliche Verflechtung führte im Jahr 2011 zum Abschluss eines umfangreichen Abkommens zwischen Deutschland und Liechtenstein zur Vermeidung von Doppelbesteuerung. Bereits 2009 war ein Abkommen über den Austausch von Informationen im Steuerbereich abgeschlossen worden. Beide Abkommen sind in Kraft. Durch die so entstandene Rechtssicherheit auf beiden Seiten werden die beiden Wirtschafts- und Finanzplätze weiterhin eng verbunden bleiben.

Liechtenstein unterhält seit 2002 eine Botschaft mit residierendem Botschafter in Berlin. Von 1999 bis 2002 wurden die Interessen von einem nicht-residierenden Botschafter von Vaduz aus wahrgenommen. Davor, von 1919 bis 1999, durch die schweizerische Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland.

Seit 2008 gibt es in Frankfurt/Main und München liechtensteinische Honorarkonsulate. Die eigentlichen konsularischen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Hilfestellungen mit Ausweisen und Urkunden, werden aber auch heute noch von den schweizerischen Konsulatsstellen in Deutschland wahrgenommen.

Berlin, 11. April 2013


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