Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 9. Juni 2026, das PFAS-Konzept 2026+zur Kenntnis genommen. Das Konzept legt für die Jahre 2026 bis 2029 ein strategisches und operatives Vorgehen im Umgang mit per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) fest. PFAS sind industriell hergestellte, äusserst langlebige Chemikalien, die seit Jahrzehnten etwa in Löschschäumen und beschichteten Materialien eingesetzt werden und in die Umwelt gelangen. Weil sie sich in der Nahrungskette und im menschlichen Körper anreichern können, stehen sie mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken in Verbindung.

Das Konzept berücksichtigt den aktuellen Wissensstand und setzt auf ein risikobasiertes, koordiniertes und transparentes Vorgehen. Ziel ist es, mögliche PFAS‑Belastungen bspw. im Wasser oder in Lebensmitteln frühzeitig festzustellen, sachgerecht zu beurteilen und bei Bedarf gezielt Massnahmen zu ergreifen.

Vier Teilprojekte und ein Querschnittsthema

Die vorgesehenen Massnahmen sind vier Teilprojekten und einem Querschnittsthema Forschung zugeordnet. Der Fokus liegt auf der Erfassung möglicher PFAS‑Belastungen, dem umsichtigen Umgang mit Belastungsfällen, einer transparenten Kommunikation und der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit relevanten Akteurinnen und Akteuren im In‑ und Ausland.

Der Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten steht im Vordergrund. Lebensmittel mit Überschreitungen der gesetzlich festgelegten Höchstwerte dürfen nicht in Verkehr gebracht werden. Die bisherigen Untersuchungen von Trinkwasser und Lebensmitteln waren jedoch unauffällig. Als weitere Untersuchung ist eine freiwillige Milchbeprobung geplant, die den Milchviehbetrieben kostenlos angeboten wird.

Unterstützung für betroffene Landwirtschaftsbetriebe

Sollten in Liechtenstein PFAS‑Belastungen festgestellt werden, sieht das Konzept gezielte Beratungs‑ und Unterstützungsangebote für betroffene Landwirtschaftsbetriebe vor. Dazu zählen unter anderem betriebsbezogene Analysen, eine fachliche Beratung zur Reduktion der PFAS‑Belastung und – vorbehaltlich der noch zu schaffenden rechtlichen Grundlagen – finanzielle Entschädigungen.

Koordinierte Umsetzung durch Task Force

Mit dem PFAS-Konzept 2026+ schafft Liechtenstein eine Grundlage, um möglichen PFAS‑Belastungen wirksam zu begegnen und einen Beitrag zum Schutz von Gesundheit, Umwelt sowie landwirtschaftlicher Produktion zu leisten. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt durch eine amts- und ministeriumsübergreifende Task Force, bestehend aus dem Amt für Umwelt, dem Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen, dem Ministerium für Gesellschaft und Justiz sowie dem Ministerium für Äusseres, Umwelt und Kultur.

Das Konzept und weitere Informationen rund um PFAS sind auf einer eigens eingerichteten Fokusseite auf www.regierung.li einsehbar. Zudem kann das Konzept im Bereich Publikationen heruntergeladen werden.